Eine Website zu übersetzen ist der einfache Teil. Dafür zu sorgen, dass Google versteht, welche Version zu welcher Sprache gehört – und jedem Besucher die richtige zeigt –, ist der Teil, an dem viele mehrsprachige Websites scheitern. In diesem Ratgeber erklären wir die Grundlagen des internationalen SEO am Beispiel unserer eigenen Website, die auf Türkisch, Englisch und Deutsch verfügbar ist.
1. Eine klare URL-Struktur wählen
Jede Sprachversion braucht eigene URLs. Üblich sind eigene Domains (beispiel.de), Subdomains (de.beispiel.com) oder Unterverzeichnisse (beispiel.com/de/). Für die meisten Unternehmen sind Unterverzeichnisse am einfachsten: eine Domain, gebündelte Autorität, einfache Pflege. Wir nutzen Unterverzeichnisse: Türkisch im Hauptverzeichnis, Englisch unter /en/, Deutsch unter /de/.
Lokalisieren Sie auch die URLs selbst: Unser Leistungsbereich heißt /hizmetler/ auf Türkisch, /en/services/ auf Englisch und /de/leistungen/ auf Deutsch.
2. Die Sprache im HTML angeben
Jede Seite sollte ihre Sprache im HTML deklarieren, etwa <html lang="de">. Klingt banal – doch bei vielen Websites mit einem gemeinsamen Template behauptet jede Seite, in derselben Sprache zu sein. Bei uns hat jede Sprache ein eigenes Grundlayout, damit das Attribut immer stimmt.
3. Hreflang: die Versionen verbinden
Hreflang-Angaben sagen Google, dass mehrere Seiten Versionen desselben Inhalts in verschiedenen Sprachen sind. Die wichtigsten Regeln:
- Jede Version nennt alle Versionen – auch sich selbst.
- Verweise müssen gegenseitig sein. Verweist die englische Seite auf die deutsche, muss die deutsche zurückverweisen. Fehlende Rückverweise sind der häufigste hreflang-Fehler.
- x-default nutzen für die Version, die angezeigt wird, wenn keine Sprache passt.
- Nur auf existierende Seiten verweisen. Gibt es einen Artikel nur auf Deutsch, darf er keine englische oder türkische Alternative behaupten.
- Absolute URLs und jeweils die kanonische Version verwenden.
4. Canonical: eine pro Sprache
Jede Sprachversion sollte auf sich selbst als Canonical verweisen. Ein häufiger Fehler: Alle Übersetzungen verweisen per Canonical auf die Originalsprache – damit signalisieren Sie Google, die Übersetzungen zu ignorieren.
5. Eine mehrsprachige Sitemap
Hreflang lässt sich auch in der XML-Sitemap hinterlegen. Unsere Sitemap wird bei jedem Build automatisch erzeugt: jede Seite in jeder Sprache, jeweils mit ihren Alternativen. So bleiben Hunderte Angaben ohne Handarbeit konsistent.
6. Keine Zwangsweiterleitung
Besucher automatisch anhand von IP-Adresse oder Browsersprache umzuleiten, wirkt hilfreich, kann aber verhindern, dass Suchmaschinen alle Versionen sehen – und es frustriert Nutzer, die bewusst eine andere Sprache wollen. Google rät davon ab. Besser ist ein gut sichtbarer Sprachumschalter.
7. Ein intelligenter Sprachumschalter
Ein Umschalter, der immer auf die Startseite der anderen Sprache führt, verschenkt Potenzial. Unserer verlinkt jede Seite mit ihrem genauen Gegenstück: Wer auf der deutschen Webdesign-Seite auf EN klickt, landet auf der englischen Webdesign-Seite. Gibt es eine Seite in einer Sprache nicht, führt er zum nächstpassenden Bereich, etwa zur Blogübersicht.
8. Alles übersetzen – nicht nur den Fließtext
- Seitentitel und Meta-Beschreibungen
- Navigation, Buttons, Formulare und Fehlermeldungen
- Strukturierte Daten (z. B. FAQ- und Breadcrumb-Schema)
- Alt-Texte und Texte in Grafiken
- Datums- und Zahlenformate sowie rechtliche Seiten
9. Lokalisieren statt nur übersetzen
Suchverhalten unterscheidet sich je nach Markt. Deutsche Nutzer suchen dieselbe Leistung oft mit anderen Begriffen als englischsprachige – und erwarten anderes: Impressum, Datenschutzerklärung, gewohnte Zahlungsarten, einen anderen Ton. Maschinelle Übersetzung ist ein guter Startpunkt; Inhalte, die ranken und überzeugen, brauchen aber jemanden, der den Markt kennt.
Checkliste
- Eigene URLs pro Sprache, konsistente Struktur
- Korrektes lang-Attribut auf jeder Seite
- Gegenseitige hreflang-Angaben inklusive x-default
- Selbstreferenzierende Canonicals
- Sitemap mit hreflang
- Keine Zwangsweiterleitung; Sprachumschalter von Seite zu Seite
- Übersetzte Metadaten, strukturierte Daten und Oberfläche
- Lokalisierte Inhalte und Keywords pro Markt
Weitere technische Grundlagen finden Sie in unserer Checkliste für technisches SEO.
Fazit
Internationales SEO ist vor allem eine Frage der Konsequenz: Jede Version ist klar gekennzeichnet, korrekt verknüpft und für ihr Publikum wirklich nützlich. Wenn Sie mit Ihrer Website neue Märkte erschließen möchten, sehen Sie sich unsere Leistung SEO & KI-Suche an oder sprechen Sie uns an.